Ajax Backendanfragen cachen – unmöglich…?

Auf unserer Webseite benutzen wir viele Elemente, die dynamisch mit Content aus dem Backend versorgt werden.

Beispielsweise die Liste unserer Informationsartikel:

ya info
ya info

Die Elemente dieser Liste werden per Ajax aus dem Backend gelutscht – einzeln.

Requests ohne Ende

Also hustet so eine „Grid“-Übersicht mal eben ein paar Dutzend Backendanfragen in Richtung Webserver – und dann passiert das hier:

  • Webserver findet, dass admin-ajax.php eine PHP-Script ist und fährt erst mal eine Instanz des PHP-Interpreters hoch
  • Das Script wiederum möchte gerne das WordPress-Imperium im Zugriff haben, also wird die Maschinerie in Gang gesetzt und das WordPress-Backend macht sich breit (ein paar hundert PHP-Scripte werden geladen und Dutzende Datenbankabfragen losgeschickt – bevor irgendetwas tatsächlich passiert).
  • Dann verarbeitet admin-ajax.php netterweise auch mal den Ajax-Request bzw. leitet den an die zuständige Stelle weiter.
  • Diese fragt dann ihrerseits diverse Tabellen ab – über WordPressroutinen üblicherweise. Also wp_query und Konsorten, die allesamt nicht gerade den Ruf genießen hochperformant optimierten SQL anzuwenden – kann jeder bewundern, wenn er sein MySQL-Slowlog anschmeißt und sich dann mal per explain die dicksten Statements erklären lässt…
  • Wenn dann alle Beteiligten glauben, dass der Content so weit generiert ist, beendet sich das PHP-Konglomerat und stellt eine Antwort für den Ajax-Request bereit.
  • Der wiederum wird dann vom rufenden Javascript in die Seite gelötet.

Das stellen wir uns jetzt mal ein paar Dutzend vor und wir wissen, wie schön es ist, ein sich langsam inkarnierendes Postgrid zu bewundern – Ladezeiten im mehrstelligen Sekundenbereich sind die Folge.

Da möchte man doch mal – Cache?

Klassischer Anwendungsfall eines Caches ist, dass Daten, die sowieso gleich sind, nicht aus der langsamst möglichen Ecke geholt werden sondern von dort, wo es sonnig und warm ist; idealerweise aus dem Arbeitsspeicher, wenn es nicht anders geht, so zumindest aus der Tiefkühltruhe und nur noch schnell in die Micowelle (also servierfertig und nur dezent zu bearbeiten).

Angeblich geht das mit WordPress-Ajax nicht.

Selten so gekichert… natürlich geht das. Man muss nur die schulterlangen Gummihandschuhe anziehen, Nasenklammern drauf und dann in der Suppe wühlen, bis man die richtigen Stellen gefunden hat, an denen man was anflanschen muss.

Jetzt passiert das hier:

  • Ajax-Request schlägt im Backend auf.
  • admin-ajax.php wird immer noch durch eine neue PHP-Interpretinstanz interpre… ausgeführt.
  • ohne WordPress hochzufahren wird erkannt, dass die gewünschte Action mit dem passenden Schlüsselzeugs schon in der „Datenbank“ herumlungert und die Antwort umgehend an den Anfrager zurückgeworfen.

Dabei heißt „Datenbank“ hier ein Key im Redis-Inmemory-Store.

redis cache
redis cache

Aber einmal muss ich durch den Cache…

Die allererste Anfrage muss natürlich durch den gesamten Dschungel, sonst weiß der Redis ja nicht, wie die Abkürzung aussieht.

Das muss aber nicht zwingend mit dem ersten Besucher passieren, der sich auf die Webseite traut.

node.js precache
node.js precache

Das kann ein nächtliches Script machen, was bei der routinemäßigen Wartung mitläuft und die relevanten Ajax-Requests simuliert, die tagsüber so auf das Backend einschlagen. Dieses Script wiederum nutzt node.js und jsdom und diverse andere ähm „Hilfsmittel“ – darüber schreibe ich ein anderes Mal, mir ist schon schlecht 😉