vim – Hassliebe

Um vi oder vim habe ich die letzten Jahre erfolgreich einen Bogen gemacht. Ich wusste gerade mal, wie ich da wieder herauskomme, da ein beherztes

crontab -e

ohne gesetztes EDITOR=nano (nano = für normale Menschen nutzbarer Editor mit diversen Problemen in einer tmux-Session, die über Gateone-SSH angesprochen wird) mich in die Wüste geschickt hat. Einfacher Merksatz für mich war:

Sieht das Bild scheiße aus, hat kryptische Zeichen und sieht benutzerunfreundlich wie das Einkommenssteuerformular aus, bist du in vim. Also flott :q und weg.

Oh wie war ich im Unrecht

Vor wenigen Wochen war mir mal langweilig (kaum zu glauben, ich weiß) und ich lag Abends im Bett und hatte youtube schon leer geguckt. Irgendwas hat mich bewegt doch mal nach „vim“ zu suchen – und… Himmel bin ich fündig geworden.

Nachdem ich dann bis spät in die Nacht seltsamen Menschen dabei zugesehen habe, wie heftig schnell und unglaublich cool die mit diesem „Scheißeditor“ rumgemacht haben, war es um mich geschehen: Ich hab mich hingesetzt und gelesen und gelernt.

Jetzt finde ich vim eigentlich ganz genial. Zwar würde ich niemals meine PHP-Projekte ohne phpStorm machen (danke, ich weiß, dass es auch für vim diverse Plugins gibt, die es einem leichter machen sollen – aber das kann nur jemanden denken, der noch nie mit phpStorm und anderen Tools von JetBrains gearbeitet hat) – aber in meinen halben Dutzend Terminals läuft immer mal ein vim, wenn ich was anpassen muss.

Auf dem Server über SSH sieht vim bisschen traurig aus:

vim ssh mager
vim ssh mager

Aber auf dem Mac hier lokal leider schon bisschen geiler:

vim booom
vim booom
vim booom, too
vim booom, too

Ist sie nicht schön, die Statusleiste powerline, die die Fontdateien so massakriert, dass da diverse Sonderzeichen reinpassen, die da eigentlich nichts zu suchen haben?

Nethack

nethack
nethack

Hach, ich liebe so was ja – erinnert mich an die gute alte Zeit, als man seinerzeit auf einem DOS-Recher die Character-Definition-Tables verbiegen konnte, um Nethack eine „richtige Grafik“ zu verpassen…

Und damit meine ich jetzt nicht Grafik-Tilesets…

Ich finde leider keinen Screenshot *muahaha* mit custom chars aus dieser Zeit. Damals hatte ich mir ein TSR-Screenshottool für den Textmodus gebastelt, aber leider kein Ergebnis aufgehoben… hach, TSR… kennt das noch wer? Interrupts verbiegen? Direkt den Grafikkartenspeicher auslesen und per binary image auf die Diskette (oder Miniaturfestplatte) bringen? Sich darüber Gedanken machen, ob man heute die Maus braucht oder doch das Netzwerk?

Scheiße bin ich alt. Überlege nämlich grad, wie groß die Festplatte in meinem Schneider PC1512 gewesen ist, der eigentlich 1MB Arbeitsspeicher hatte und auf dem sogar GEM lief (GEM leider schon ohne überlappende Fenster, wegen… ihr kennt die Geschichte, überlappende Fenster waren mal so etwas wie patentgeschützt). Oh und Windows… mit einem Maustreiber für die Schneider-Maus, den man sich selbst aus der DOS International abtippen musste… in Hexcodes…