Visuelles Desaster

Ich erwähnte ja, dass ich (vorübergehend?) Windows als meine Primärplattform benutzen möchte.

Meine durch Apple verwöhnten Augen müssen da wirklich viel ertragen, es ist kaum Auszuhalten. Nicht nur, dass in einigen Anwendungen die Schriften für Blinde aufgezoomt werden (und in anderen wiederum nur mit der Lupe zu entziffern sind) – nein, auch das ähm „Design“ des Systems ist eine einzige Katastrophe.

Beweisbilder

Einfaches Beispiel, Menüs in verschiedenen Ecken des Systems:

Ädschbrowser
Ädschbrowser

Explorer – ganz besonders „einheitlich“:

Explorer
Explorer

 

Auch Explorer, woanders da
Auch Explorer, woanders da

Ach Mensch… das kann doch nicht so schwer sein…

Die Idee hinter einem „Unified“-System ist ja ganz nett, gleich Codebasis für diverse Endgeräte. Aber das muss doch nicht heißen „gleich hässlich überall“, oder? Muss ich auf dem Desktop Menüflächen haben, die ich mit der Faust anklicken könnte – nur, weil auf dem Mobildaddelteil das so gewünscht ist?

 

Bootcamp-Windows-10-Baby

Seit einigen Jahren nutzen wir ausschließlich Mac-Rechner. Das hatte zu dieser Zeit auch gute Gründe:

  • – nach Windows 7 wurde es im Microsoftlager ungemütlich bunt und irgendwie „ätzend“
  • – die gefühlt jeden Tag nötigen Updates haben so richtig genervt
  • – irgendwie lief nie etwas, wenn man es brauchte… bspw. Streaming von Videos im LAN
  • – allgemeine Unlust sich weiter mit der „Wartung“ der Systeme zu beschäftigen (wir wollten mal tatsächliche Arbeit geschafft bekommen)

Also sind wir damals komplett umgestiegen und haben das bis vor wenigen Monaten auch nicht bereut.

OSX slowdown

Aber dann trat ein seltsamer Effekt ein. Unsere Maschinen wurden stetig langsamer, mit jedem OSX-Update ein Stückchen mehr. Plötzlich musste man bei intensiver Entwicklertätigkeit den Mac mehrfach am Tag neu starten und es kam immer wieder zu „harten Abstürzen“ der UI (das BSD darunter lief vermutlich noch, aber der Rechner blieb unbenutzbar). Das ging dann so weit, dass wir vorsorglich die Rechner neugestartet haben – etwas, was im Appleuniversum bei uns bisher unbekannt geblieben war.

Dann habe ich mir ein Android-Smartphone gekauft, was ich natürlich sofort rooten musste, um den „adaptable storage“ anschalten zu können. Heimdall, jOdin und so weiter – nichts funktioniert. Ich brauchte Zugang zu einem Windowsrechner.

Freitag war es dann so weit. Ich habe Bootcamp angeschmissen und eine Windows 10 Installation vorgenommen. Lief natürlich flockig, keine Probleme.

Selbstversuch mit Aha-Effekt

Ein frisch installiertes und „leeres“ Windows fühlt sich ja immer irgendwie knackig an. Und so war es auch, alles lief superflott und störungsfrei.

Nachdem ich dann innerhalb weniger Minuten mein Android gerootet hatte, habe ich noch ein wenig Zeit mit dem System verbracht. Habe Office 365 und die Adobe Creative Suite draufgepackt, dazu noch ein paar Spielchen (auch wenn ich wenig bis gar nicht spiele).

Und Windows lief immer noch wie nach der Neuinstallation. Obwohl auch der obligatorische Virenwächter und anderes im System lief. Üblicherweise wäre das spätestens der Zeitpunkt, wo die Maschine keine Lust mehr hätte.

Ich war ein bisschen geschockt und ein bisschen begeistert… Folge war…

Umzug

Samstag habe ich dann schrittweise sämtliche Daten aus der Mac-Partition auf die Windows-Seite rüberkopiert. Und aus meiner Testinstallation wurde mein Primärsystem, denn Windows hat mittlerweile ein funktionierndes Linux-Subsystem (von Canonical, also vermutlich ein Ubuntu, inklusive apt-get und Co.), was für mich für die Wartung unseres Servers wichtig ist (ich hab kein Bock auf Putty und so ein Blödsinn, ich möchte eine richtige Konsole).

Die nächsten Wochen werde ich als Primärsystem dieses Windows fahren und Erfahrungen sammeln. Der zweite Rechner im Haus wird die Tage auch umgestellt, der lahmt noch stärker und hier wird dringend Abhilfe benötigt.

Apple…

Vor einigen Jahren wurde meiner Erinnerung nach nachgewiesen, dass Apple in iOS künstliche Schleifen eingebaut hatte, um das System auf Altgeräten auszubremsen.

Mir düngt, dass genau dasselbe gerade mit OSX resp. macOS passiert. Jedenfalls ist das System auf meiner nicht komplett veralteten Hardware praktisch unbenutzbar, wenn man mehr als nur „bisschen Internet“ macht.

Visual Studio habe ich auch vermisst. Eines konnte Microsoft nämlich schon immer, IDEs bauen.

Update: Zweiter Rechner

Puh. Die Umstellung der zweiten Maschine war ungleich mehr Aufwand. Da dieser Rechner ein CD-Laufwerk hat, wollte Bootcamp nicht mit dem ISO der Windows10-Installations-DVD vorlieb nehmen. Der Umweg über bootbaren USB-Stick und einigen Tagen Herumgewürge hat dann funktioniert.

Audio hat der zweite Rechner nicht. Ich bekomme das zum Verrecken noch eins nicht hin. Eine USB-Audio“karte“ kostet aber gerade mal 7 EUR und Billigboxen auch etwa 6-7 EUR. Da ist mir meine Zeit zu Schade für…